Ein Champion verlässt die aktive Bühne – Christian Grasmann beendet aktive Laufbahn

Portrait Christian Grasmann

Die Radrennbahnen dieser Welt waren seine Lieblingsorte, der Winter mit den Sechstagerennen die Jahreszeit seiner größten Erfolge. Der Mentor und Motor des RSV Irschenberg und Förderer des Bahnsports mit seinem Team der Maloja Pushbikers gab kürzlich das Ende seiner aktiven Zeit bekannt. Ein absoluter Höhepunkt des umtriebigen Holzkircheners war sicherlich die Teilnahme an den Radweltmeisterschaften des vergangenen Jahres in Innsbruck mit seinem Team. Die Platzierung egal, wichtig war ihm, den Spirit einer WM zu genießen und gleichzeitig seinem Team im Mannschaftszeitfahren das Rennen zu ermöglichen.

Die größter Erfolge errang er auf der Bahn, u.a. auch bei den Revolution Series in England.

Erst als 22-Jähriger quasi als „Seiteneinsteiger“ in den Radsport eingestiegen avancierte der geborene Münchner schnell zu einem der besten Deutschen Bahnfahrer. Seinen ersten regionalen Erfolg erlangte er für den RSV Götting-Bruckmühl 2004 mit dem Bayerischen Straßenmeister-Titel in Schweinlang. Nur 2 Monate später folgte der Landesmeistertitel in der Einer-Verfolgung garniert mit mehreren weiteren Medaillen auf der Bahn in Niederpöring. Schon ein Jahr später konnte er sich bei den Derny-Europameisterschaften erstmals eine internationale Medaille holen.

Ein Sechstage-Team mit Leif Lampater

2007, mit 26, gründete er dann den RSV Irschenberg und fand schnell auch große Unterstützung auf Seiten der Gemeinde und ihrem unvergessenen Bürgermeister Hans Schönauer. In diesem Jahr als Mitglied des SC Wörnsmühl (im Leitzachtal) unterwegs wollte er Radsport „anders machen“. Seiner umtriebigen Art war es zu verdanken, dass er schnell auch finanzielle Unterstützer fand, die seine Ideen fördern wollten. In dieser für den Radsport sehr schwierigen Zeit wahrlich keine Selbstverständlichkeit. Neben der eigenen Karriere, die ihn auf die Radrennbahnen von Australien bis in die USA führte, setzte er sich schon für den Radsport-Nachwuchs ein. Die Maloja Pushbikers Future Stars sind seine Idee und sein Werk, das er mit Unterstützung zahlreicher Helfer und Sponsoren sehr erfolgsorientiert umsetzt. Dabei setzt er auch auf die Wirkung der neuen Medien und die dort sich bietenden Möglichkeiten. Radsport eben anders gemacht. Die Jahre der Dominanz auf nationaler Ebene wurden gekrönt durch zwei Deutsche Meisterschaften zusammen mit seinem kongenialen Partner Leif Lampater bzw. mit Stefan Schäfer. Höhepunkte seiner Sechstage-Karriere waren die Siege in Bremen und Rotterdam. Seine Erfahrung gab er gerne und bereitwillig an jüngere Berufskollegen weiter. Eine Eigenschaft, die ihn auch für die Sechstageveranstalter zu einem gefragten Starter machte.

Farewell bei der Team WM in Insbruck

Erfolge beim Harlem Skyscraper Cycling Classic in New York oder beim Bendigo Madison in Australien sind weitere internationale Highlights. Dass gerade dort jetzt seine Karriere mit einem kapitalen Sturz enden musste war so sicher nicht geplant. Dem sympathischen Familienvater ist zu wünschen, dass seine Verletzungen schnell ausheilen und der Erfolg ihm und seinem Profiteam der Maloja Pushbikers weiter treu bleibt. Danke Grasi!

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